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Newsdetail

Medizin von Morgen: Verschlafen wir die Zukunft?

Werden uns künftig Roboter operieren? Wird unser Smartphone unseren Krankheitsverlauf beobachten? Wird Künstliche Intelligenz seltene Erkrankungen besser erkennen?

Prof. Alfons Runde von der SRH Fernhochschule – The Mobile University betrachtet die aktuelle Situation der Digitalisierung in der Medizin und beleuchtet kritisch die Chancen und Herausforderung der Zukunft.

Sind wir bereit für die Digitalisierung in der Medizin? Das Foto ist bei Nennung der Quelle (©ipopba/Stock.Adobe) zum Abdruck freigegeben.

„Die Videosprechstunde, das elektronische Rezept oder der elektronische Medikationsplan – all dies sind Vorboten einer Entwicklung, die durch maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz in eine neue Epoche unserer Gesundheitsversorgung führt“, prophezeit Prof. Runde. Die Anforderungen insbesondere an den Datenschutz, an die ethische Vertretbarkeit und das Besitzstandsdenken haben jedoch dazu geführt, dass die digitalen Möglichkeiten in der Medizin in Deutschland nur sehr schleppend eingeführt werden. „Hier ist ein Umdenken dringend notwendig. Es gilt abzuwägen, ob die Bedenken ein Hinauszögern medizinisch-pflegerischen Nutzenzuwachses gegenüber denjenigen rechtfertigen, die hiervon hätten profitieren können“, fordert der Gesundheitsökonom.

Damit die Akteure des Gesundheitssystems wie Arztpraxen, Kliniken und Rehazentren die Möglichkeiten der Digitalisierung umfassender nutzen und die Patienten hiervon profitieren können, müssen Strukturen und Kernprozesse erneuert werden. Die bisher strikte Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung muss künftig einer Aufteilung in primärärztlicher und fachspezifischer Versorgung weichen. Die Zusammenführung fachspezifischer Kompetenz in größeren Organisationseinheiten und deren Vernetzung mit stationären Strukturen beschreibt einen Weg, wie künftig die vergleichsweise sehr hohe Anzahl an Klinikbetten verringert und die Integration „Digitaler Medizin“ ökonomisch dargestellt werden kann.

Die großen, weltweit agierenden Tech-Konzerne wie Google, Amazon, Apple und Facebook haben bereits das Potenzial der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung erkannt. „Die Konzerne investieren Millionen Beträge, um neuartige Dienste, zum Beispiel in der Datenhaltung und -analyse oder für web-basierte Diagnose- und Therapieprogramme, zu entwickeln. So nutzt beispielsweise die amerikanische Klinik- und Ärzte-Kette Ascension die Cloud-Computing Lösung von Google und Apple bietet bereits wesentliche Teile einer elektronischen Patientenakte an“, erklärt Prof. Runde.

Für die Zukunft hat Prof. Runde eine klare Botschaft: „Die Nutzung digitaler Verfahren in der Gesundheitsversorgung sollten wir nicht allein Google & Co überlassen. Wenn jedoch unser auf Selbstverwaltung beruhendes Gesundheitssystem nicht die Kraft findet, bisherige Strukturen und Prozesse zu erneuern, so besteht die Gefahr, dass die Möglichkeiten der Digitalen Medizin den Bundesbürgern weitgehend verschlossen bleiben. Denn während die Politik Milliardenbeträge in die Automobiltechnik des autonomen Fahrens investiert, steht die Digitale Medizin weitab abgeschlagen auf einem hinteren Rangplatz der Agenda. Bereits heute zeichnet sich ab, dass die Güte der in Deutschland praktizierten Gesundheitsversorgung im internationalen Vergleich (OECD) weiterhin keinen Spitzenplatz einnehmen wird. Die Ursachen sind bekannt, die Therapie allerdings noch längst nicht in Angriff genommen.“

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