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Newsdetail

Richtig sparen, aber wie?

Wer erinnert sich nicht daran? Ende Oktober wurde das prallgefüllte Sparschwein geschnappt und zur Bank gebracht: Weltspartag. Doch lohnt der Weg heute noch? Oder ist das liebe Geld unterm Kopfkissen besser aufgehoben? Prof. Dr. Thomas Schempf, Professor für Banking und Finance an der SRH Fernhochschule – The Mobile University, über das heutige Sparen.

Thomas Schempf
Prof. Dr. Thomas Schempf, Finanzexperte und Professor für Banking und Finance an der SHR Fernhochschule – The Mobile University

Bereits 1925 fand der erste Weltspartag statt. Die Einführung des „World Thrift Day“ war bereits ein Jahr zuvor beim 1. Internationalen Sparkassenkongress in Mailand beschlossen worden. Das Ziel: Die Förderung des Spargedankens, um mit kleinen Beträgen über die Jahre ein Vermögen aufzubauen und den Wert des Geldes schätzen zu lernen. Seitdem ist aus dem 31. Oktober – dem Weltspartag – vielerorts sogar eine Weltsparwoche geworden. Und noch immer tingeln kleine und große Sparer mit ihren Sparschweinen, Spar-strümpfen oder sonstigen Sparbehältern zu den Geldinstituten, um ihr über das Jahr angespartes Geld auf die Bank zu bringen. Denn wie sagt ein altes Sprichwort „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“. Und die Deutschen beherzigen dieses Sprichwort nach wie vor. Im Jahr 2016 belief sich die Sparsumme der Privat-haushalte (einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck) in Deutschland auf rund 181,14 Milli-arden Euro, 2013 lag der Wert noch bei 154,13 Milliarden. (Statista.com)

Wofür sparen die Deutschen und wie?

„Die Gründe, wofür jeder einzelne spart, sind so vielfältig wie die heutigen Lebensentwürfe“, weiß Prof. Dr. Thomas Schempf, Finanzexperte und Professor für Banking und Finance an der SHR Fernhochschule – The Mobile University. Während die Kinder sich über die sofortige Belohnung in Form von Luftballons, einer neu-en Spardose oder über Plüschtiere in der Bankfiliale freuen, sparen die „Großen“ meist mit Blick auf bevor-stehende Investitionen in Immobilien oder beabsichtigte Konsumwünsche (wie ein Auto oder eine Reise). „Daneben gibt es natürlich auch das strategisch angelegte Sparen, insbesondere fürs Alter oder ganz allge-mein für den Aufbau von privatem Finanzvermögen, das über das Leben hinweg finanzielle Unabhängigkeit schafft“, so Prof. Dr. Schempf. Zu den Sparmotiven ergänzt der Finanzexperte, dass sich diese über die Jahre nur wenig verändert hätten. Und leider lässt sich feststellen, „dass langfristige finanzielle Überlegungen noch nicht den Stellenwert bei privaten Finanzanlagen gewonnen haben, wie dies angesichts geänderter Rahmen-bedingungen eigentlich geboten wäre.“

Bankeinlagen, Staatswertpapiere, unverzinste Bankkonten

Das „klassische“ Sparen der Deutschen beschränkt sich weitestgehend auf Bankeinlagen und Staatswertpa-piere, also das „Ausleihen“ ihrer liquiden Vermögenswerte. Bei beiden Anlageklassen haben sich seit 2011 gravierende Veränderungen ergeben. Bankeinlagen – auch höherverzinsliche wie Termineinlagen und Geld-marktfonds – bieten keinen Inflationsausgleich mehr. Und die staatlichen Angebote für Privatkunden, die Finanzierungsschätze und Bundesschatzbriefe, sind vom Markt verschwunden. Übrig geblieben sind nur noch die fünfjährigen Bundesobligationen und die langfristigen Bundesanleihen mit Laufzeiten von 10 bis über 30 Jahren. „Die Verzinsung ist jedoch auch hier äußerst unattraktiv“, urteilt der Finanzexperte. „Denn bei einer Anlagedauer von unter 8 Jahren fallen sogar Minuszinsen an. Und auch die 30-jährigen Anleihen bringen nur 1,20% bis 1,30 % Rendite, also weniger als die Inflationsrate.“ Da die vorzeitige Rückgabe nicht garantiert ist, sondern den üblichen Börsenschwankungen unterliegt, machen die meisten Privatanleger mittlerweile einen großen Bogen um Staatswertpapiere. „So liegen erhebliche Beträge der Menschen auf praktisch un-verzinsten Bankkonten. Das führt Jahr für Jahr zu einem realen Verlust, der sich in 10 Jahren auf Werte von bis zu 20% summieren kann.“

Der Anlagefavorit von Prof. Dr. Schempf

Sein Tipp: „In einem breit aufgestellten langfristigen Finanzkonzept sollten meines Erachtens auf jeden Fall dividendenstarke Aktien enthalten sein.“ Bei einer Investition eines gut fünfstelligen Betrags empfiehlt der Professor für Banking und Finance einen Blick auf den DivDAX – den Index der 15 dividendenstärksten deut-schen Blue Chips – also gewissermaßen eine Auswahl aus dem DAX 30 der größten deutschen Aktiengesell-schaften. Mit fünf bis zehn Aktien aus dem DivDAX lasse sich so bereits eine erhebliche Risikostreuung erzie-len, wenn man die Werte über die Branchen verteilt.

Finanzielle Reserven bleiben sinnvoll

Doch kein Grund, den Niedergang des Sparschweins samt Weltspartag zu befürchten. „Eine finanzielle Re-serve, über die zeitnah und risikolos verfügt werden kann, macht auch weiterhin Sinn“, gibt Prof. Dr. Sch-empf Entwarnung. Das gelte auch für einen Bausparvertrag, wenn dieser zur Absicherung einer aktuellen Immobilienfinanzierung für die Zeit nach Auslaufen der Zinsbindung diene. Allerdings mit einer Einschrän-kung: „Keinen Sinn macht das Parken von Geldern, die eigentlich der Vermögensbildung dienen sollen, auf praktisch unverzinsten Bankkonten. Das gilt in gleicher Weise für Bausparen ohne das Ziel eines künftigen Baudarlehens“. Sein Tipp: Menschen sollten ihre Überlegungen stärker auf Sachwerte richten – von Sachwerten mit plan-mäßigen Erträgen wie Aktien, Kommandit- und weiteren Gesellschaftereinlagen bis Sachwerte ohne plan-mäßige Erträge wie Edelmetalle, Antiquitäten, Kunst, Luxusgüter etc.

Alternative Anlagemöglichkeiten: Sachwerte

Dabei sind allerdings laut Prof. Dr. Thomas Schempf drei Aspekte zu beachten:

  1. „Sachwerte unterliegen größeren Wertschwankungen als herkömmliche Geldanlagen. Dieses Risiko sollten sich Privatanleger bewusstmachen. Denn wer bei einem möglichen Kursrückgang von 10% und mehr die Nerven verliert und die Sachwerte aus Angst vor weiteren Kursrückschlägen mit Ver-lust verkauft, sollte nicht in Sachwerte investieren.
  2. Gerade um Kursverluste zu vermeiden, ist ein langfristiger Investitionshorizont zu wählen. Wir haben beispielsweise nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2007 bis 2009 gesehen, wie Immobilienfonds zum Geldparken „missbraucht“ wurden. Sowohl der Einstieg als auch der Aus-stieg waren unangemessen und mit rationalen Anlageüberlegungen nicht vereinbar.
  3. Bei Sachwerten ist eine Streuung der Anlageklassen und Anlageformen von großer Bedeutung. Da-bei empfehle ich – mit Ausnahme der selbstgenutzten bzw. für später erworbenen Immobilie – aus-schließlich Sachwerte mit laufenden Erträgen, also Beteiligungswerte wie Aktien oder Immobilien. Bei kleineren und regelmäßig angesparten Beträgen sollte das Anlageziel mittels Fonds erreicht wer-den. Eine preisgünstige Alternative stellen dabei für Aktienanlagen die so genannten Indexfonds (ETF = Exchange Traded Funds) dar.“

Haben Sie Fragen oder Interesse an einem Interview mit Prof. Dr. Thomas Schempf? Gerne stellt Ihnen Frau Kaufmann den Kontakt her, ein kurzer Anruf oder eine Mail genügen.

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