Alumni-Portrait

Olivera Servais ist Expertin für Prävention, Gesundheitspsychologie und systemisches Coaching und begleitet seit über 25 Jahren Menschen in herausfordernden Lebenssituationen. Ihre berufliche Laufbahn begann im Gesundheitswesen, wo sie unter anderem Erfahrungen auf der Wochenbettstation sammelte aber auch schwerstkranke Patient:innen sowie deren Angehörige betreute. Diese Erfahrungen an existenziellen Wendepunkten des Lebens – zwischen Anfang und Ende – prägen bis heute ihre empathische, klare und zutiefst menschliche Begleitung im Coaching.
Schon früh entwickelte sie eine starke Faszination für Psychologie und dafür, Menschen in unterschiedlichen Situationen zu analysieren, verstehen und zu stärken. Dieses Interesse führte sie zum Bachelor-Studium der Prävention und Gesundheitspsychologie an der SRH Fernhochschule, das sie dank der hohen Flexibilität als Mutter von vier Kindern erfolgreich in ihren Alltag integrierte. Das eigenständige Lernen von zu Hause aus ermöglichte ihr, Studium, Familie und persönliche Weiterentwicklung miteinander zu verbinden.
Darauf aufbauend spezialisierte sich Olivera im Gesundheits- und Patientencoaching und erweitert ihre Kompetenzen aktuell durch eine Ausbildung zum systemischen Personal- und Business-Coach.
Mit BOL Coaching (aus dem Kroatischen übersetzt bedeutet „BOL“ der Schmerz“) begleitet Olivera Menschen dabei, inneren Raum für den unvermeidlichen „Schmerz“ des Lebens zu schaffen und gleichzeitig emotionale Balance sowie persönliche Ressourcen zu aktivieren. Ihre Schwerpunkte liegen dabei auf Stressbewältigung und Selbstfürsorge, Resilienzförderung, Kommunikation und Konfliktmanagement für Privatpersonen, Mitarbeitende und Führungskräfte.
5 Fragen an Olivera Servais
Inwiefern profitierst Du in Deiner heutigen Position von Deinem Studium an der SRH Fernhochschule?
Mein Bachelorstudiengang Prävention & Gesundheitspsychologie hat meine fachliche Expertise gestärkt und meine Arbeit mit Menschen bereichert. Gleichzeitig diente er mir als Sprungbrett, um mein Know-how auszubauen, die Zertifizierung als ZPP-Kursleiterin für Präventionskurse zu erreichen und meine Selbstständigkeit zu starten.
Rückblickend auf meine Erfahrungen als 15-jähriger Kriegsflüchtling in einem fremden Land, ohne Sprachkenntnisse oder Nachweise meiner bisherigen Qualifikationen, habe ich früh gelernt, wie wichtig innere Stabilität ist und wie entscheidend es ist, den eigenen Weg bewusst zu planen und zu gestalten. Dabei spielte auch die soziale Unterstützung durch Menschen, die mich auf meinem Weg begleitet haben, eine große Rolle – ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen. Dieses Verständnis in Kombination mit den Fähigkeiten aus meinem Studium (u.a. Selbst- und Zeitmanagement, Struktur und lösungsorientiertes Vorgehen) unterstützt mich heute dabei, Projekte effizient umzusetzen und Menschen auf ihrem Weg zu begleiten.
Wie hast Du Dich während des Fernstudiums organisiert und in schwierigeren Phasen motiviert „am Ball zu bleiben“?
Der Beginn meines Fernstudiums fiel genau in die Zeit der Corona-Pandemie. Parallel dazu habe ich meine drei schulpflichtigen Kinder im Homeschooling begleitet – eine Herausforderung, die mir einiges abverlangte. Gerade in dieser Phase konnte ich mein Selbst- und Zeitmanagement praktisch anwenden und weiterentwickeln. Trotz mancher Zweifel und schwieriger Momente habe ich mich bewusst entschieden, nicht aufzugeben und meinen Weg weiterzugehen. Durch strukturierte Planung, klare Prioritäten und eine gute Balance zwischen Familie, Studium und Alltag gelang es mir, meine Zwischenziele Schritt für Schritt zu erreichen. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, wie wichtig Flexibilität, Disziplin und Ausdauer sind. Auf diese Weise konnte ich mein Studium erfolgreich abschließen.
Wie war der Kontakt zu Deinen Kommiliton:innen und habt Ihr Euch beispielsweise zur Klausurvorbereitung gegenseitig unterstützt?
Die wenigen Präsenzveranstaltungen habe ich als sehr bereichernd empfunden, auch wenn sie nur selten stattfanden. Besonders positiv war für mich der Austausch mit drei netten Kommilitonen, mit denen ich zu Beginn des Studiums eine kleine Lerngruppe bildete. Wir trafen uns anfangs einmal im Monat zu Telefonkonferenzen und unterstützten uns gegenseitig bei Fragen zu Modulen und Themen. Auch wenn diese Treffen mit der Zeit seltener wurden, war es eine wertvolle und motivierende Form des gemeinsamen Lernens.
Gab es Professor:innen oder Fachdozent:innen, die Dir besonders in Erinnerung geblieben sind und wenn ja, warum?
Im Rahmen des Online-Studiums habe ich die Lernveranstaltungen der meisten Dozenten als sehr unterstützend und positiv erlebt. Besonders hervorheben möchte ich Benjamin Panić, bei dem ich unter anderem mein Wahlmodul Arbeitspsychologie absolviert habe. Seine professionelle Art der Kommunikation und seine wertschätzende Begleitung haben mich nachhaltig beeindruckt.
Welche Karrieretipps würdest Du unseren heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?
Zu Beginn eines Studiums lohnt es sich, das Ziel und den gewünschten Arbeitsbereich klar zu definieren. Zumindest einen Kosten-Nutzen-Plan zu entwickeln und die eigene Positionierung zu überdenken. Natürlich gibt es Tage, an denen man an der Entscheidung zweifelt. Für mich persönlich war das Studium an der SRH Fernhochschule jedoch die richtige Wahl, die ich nie bereut habe. Mein Karrieretipp: Verfolgt Eure Ziele, lebt Euren Traum und vertraut auf Eure Fähigkeiten.