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Nicht gleich, aber gleichberechtigt

Wir alle sind verschieden und das ist gut so! Im Juni wird weltweit Pride Month gefeiert. Dieser steht für Stolz, Toleranz und Selbstbewusstsein.

Studierende sind bei uns unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, ethnisch-kultureller Zugehörigkeit, Religion und Behinderung willkommen. Umso mehr freuen wir uns, dass sich unser Studierender Tony Eberhardt als Botschafter für die LGBTQ+-Community einsetzt.

Tony Eberhardt

  • 28 Jahre alt
  • duales Studium Wirtschaftspsychologie (B.Sc.) bei Peek&Cloppenburg in Innsbruck
  • Mr. Gay Germany 2015/16, Mr. Mecklenburg-Vorpommern 2016/2017 und Viertplatzierter beim GQ Gentlemen 2021
  • beidseitig hochgradig schwerhörig, trägt deshalb Hörgeräte
  • erster gehörloser und queerer Handballer in der Österreichischen Bundesliga

Was bedeutet Diversität für dich?

Diversität bedeutet für mich Vielfalt. Das Grundgesetz enthält eine klare Definition zum Gleichheitsrecht. Dieses soll sichern, dass alle Menschen gleichbehandelt werden. Statt benachteiligt und/oder ausgeschlossen zu werden, sollte sich jeder frei entfalten können. Das war und ist leider jedoch oft nicht der Fall. Ich habe erlebt, wie mir Lehrer in der Schule den Nachteils-Ausgleiche für Menschen mit Behinderung verwehrt haben. Erst auf einer Schule für Hörgeschädigte wurde ich besser gefördert. Es gibt noch immer viele Ungerechtigkeiten und Probleme. Die Ehe für alle ist doch nicht für alle. Intergeschlechtliche Personen, also Menschen ohne Geschlecht, können nicht heiraten. Homo-, Bi- und Transsexuelle werden beim Blutspenden so gut wie ausgeschlossen. Das sind leider nur zwei von vielen Beispielen.

Artikel 3 Grundgesetz

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Kannst du deine Diversität in deinem Studium Wirtschaftspsychologie (B.Sc.) leben? Wenn ja, wie?

Diversität wird besonders im Bereich Sozialpsychologie erforscht. Auch in den Bereichen Allgemeine Psychologie, Entwicklungspsychologie und Wahrnehmung wird sie thematisiert, allerdings nicht so umfassend. Es braucht mehr Studierende, die sich mit dem Thema wissenschaftlich auseinandersetzen und es erforschen. Sie können sowohl zu dem Thema aufklären als auch Betroffene unterstützen, dass ihre Stimme Gehör findet. Fehlende oder falsche Aufklärung, mangelnde Unterstützung und eine geringe Sichtbarkeit können zu negativen Folgen für die Betroffenen führen. Unsere beste Waffe im Kampf gegen Hass, Diskriminierung und Ausgrenzung ist Aufklärung!

Was wünschst du dir beim Thema Diversität von der Gesellschaft?

Die Gesellschaft muss zu bestimmten Themen sensibilisiert werden und sollte verständnisvoll sein. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Keines sollte besser oder schlechter bewertet werden. Stattdessen sollten wir im persönlichen Kontakt Vorbehalte abbauen und gegenseitige Akzeptanz fördern. Ich werde aufgrund meiner Behinderung nie die gleiche Leistung erzielen wie ein Hörender. Ich muss mich sehr auf die Kommunikation konzentrieren und Hintergrundlärm strengt mich an. Deshalb bin ich nachmittags oft müde und meine Konzentration lässt nach. Manchmal benötige ich mehr Ruhezeit oder kommunikative Unterstützung. Schubladendenken wirkt man am besten entgegen, indem man die Schubladen gemeinsam öffnet.