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Claudia Prommersberger

Alumni-Portrait

Ihren Berufseinstieg begann Claudia Prommersberger bei der Sparkasse im bayerischen Waldsassen und ließ sich hier zur Bankkauffrau ausbilden. Privat war sie ehrenamtlich als Kassenführung in einer damals neu gegründeten Lebenshilfevereinigung in der nördlichen Oberpfalz tätig. Als der Verein damit begann, Einrichtungen für die Förderung und Unterstützung von Menschen mit geistiger Behinderung zu schaffen, konnten die anfallenden Aufgaben auf Ehrenamtsbasis nicht mehr bewältigt. werden. Aus diesem Grunde entschied sich Frau Prommersberger im Jahr 1994 für eine berufliche Neuorientierung, wechselte von der Bankenbranche in die Sozialbranche und übernahm als Geschäftsführerin den Aufbau und die Steuerung der Lebenshilfevereinigung. Während dieser Zeit bildete sie sich zur staatlich geprüften Betriebswirtin weiter.

Im Jahr 2004 erhielt sie die Möglichkeit, als Verwaltungsleiterin zu einem großen Sozialdienstleister, dem Heilpädagogischen Zentrum Irchenrieth, zu wechseln. Hier konnte sie sich fachlich und persönlich weiterentwickeln, jedoch stellten sie die Komplexität und die hohen Anforderungen an Kommunikation und Führung eines großen Verwaltungsteams immer wieder vor große Herausforderungen.

Mit dem Ziel, höhere Professionalität als Führungskraft zu erwerben, entschloss sie sich im Herbst 2009, Gesundheits- und Sozialwirtschaft an der SRH Fernhochschule zu studieren und schloss dieses im Februar 2013 erfolgreich mit dem Bachelor of Arts ab. Nur ein Jahr später schrieb sie sich erneut an unserer Hochschule ein und absolvierte den Masterstudiengang Wirtschaftspsychologie & Change Management.

Mit Wirkung zum Januar 2020 wurde Claudia Prommersberger in den hauptamtlichen Vorstand des Heilpädagogischen Zentrums Irchenrieth berufen, in dem mittlerweile ca. 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und ist unserer Hochschule bis heute treu geblieben, in dem sie ihre praktischen Erfahrungen als Gastdozentin an unsere Studierenden weitergibt.

5 Fragen an Claudia Prommersberger

Inwiefern profitieren Sie in Ihrer heutigen Position von Ihrem Studium an der SRH Fernhochschule?
Die Kombination aus Betriebs- bzw. Sozialwirtschaft, Change Management und Psychologie stellt für mich die ideale Voraussetzung dar, sowohl den fachlichen Anforderungen als auch den zwischenmenschlichen Herausforderungen in der Führungsverantwortung gerecht zu werden. Insbesondere das Wissen, wie man die Dynamik in Unternehmen gestalten kann, so dass sich ein Großteil der Beteiligten darin wiederfindet, ist in Führungspositionen sehr wertvoll.

Wie haben Sie sich während des Fernstudiums organisiert und in schwierigen Phasen motiviert, "am Ball zu bleiben"?
Das habe ich wohl meiner hohen Lernaffinität zu verdanken. Es macht mir von jeher sehr viel Spaß, mein Wissen zu erweitern. Nichtsdestotrotz bin ich insbesondere während meiner Masterarbeit an Grenzen gestoßen und hätte beinahe aufgegeben. In dieser Phase haben mich im privaten Umfeld meine Familie (mein Mann, meine drei Kinder und meine Eltern) gewaltig unterstützt. Im beruflichen Umfeld hat mir der Geschäftsführer meines Unternehmens, der mir zugleich als Mentor während meines Studiums zur Seite stand, Mut zugesprochen. All das hat mir sehr geholfen, diese Talsohlen zu überwinden.

Wie haben Sie die Präsenzveranstaltungen wahrgenommen und haben Sie und Ihre Kommilitonen sich beispielsweise zur Klausurvorbereitung gegenseitig unterstützt?
Die Präsenzveranstaltung waren für mich die Ankerpunkte, die mir die sozialen Kontakte sowohl zu den Professoren und Dozenten als auch zu den Kommilitonen gesichert haben. Zudem boten sie für mich eine wertvolle Gelegenheit, sich über das berufliche Umfeld mit allen Beteiligten auszutauschen, mal über den Tellerrand zu schauen. Man darf den Wert dieses informellen Austausches in den Präsenzveranstaltungen nicht unterschätzen.

ab es eine Professorin oder einen Professor, die/der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist und wenn ja, warum?
Ja, fast alle. Der Grund liegt tatsächlich auch wieder in den Präsenzveranstaltungen. Dort hat man die Möglichkeit, sich persönlich kennenzulernen und erhält dadurch natürlich eine tolle Kommunikationsbasis.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir aber Professor Knoke, bei dem ich meine beiden Abschlussarbeiten geschrieben habe. Er stellt als Betreuer sehr hohe Anforderungen an eine saubere Argumentationslogik und die Einhaltung des wissenschaftlichen Arbeitens. Zugegeben, es war nicht so schön für mich, wenn ich Themen, von deren Ausführung ich sehr überzeugt war, immer wieder in Einzelteile zerlegt und mit kritischen Fragen gewürzt zurückbekommen habe. Ich habe allerdings sehr schnell erkannt, dass ich auf diese Art und Weise gelernt habe, von dem Wissen, das ich subjektiv habe, Abstand zu nehmen, um die Thematik mit möglichst objektiv wissenschaftlichem Blick betrachten. Für diese Erkenntnis bin ich Herrn Knoke heute sehr dankbar. Wir stehen auch heute noch in Kontakt - ich bin Gastdozentin für das Modul Rehabilitation und Teilhabe, das er als Modulverantwortlicher leitet.

Welche Karrieretipps würden Sie unseren heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?
Die Grundvoraussetzung für berufliche Karriere liegt für mich im eigenen Wunsch, sich verändern zu wollen. Dazu gehört Neugierde, Offenheit für neue Wege, selbstverständlich auch Ehrgeiz, Belastbarkeit, Sozialkompetenz und Interesse an seinem Umfeld. Am besten gelingt Karriere, wenn man von dem, was man tut, überzeugt ist und sich mit seinen beruflichen Inhalten identifiziert. Nicht zuletzt deswegen wird man dann auch vom Umfeld als authentisch wahrgenommen.