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Katharina Krentz

Alumni-Portrait

Als Katharina Krentz 2005 als Assistentin bei der Robert Bosch GmbH einstieg, war ihr bereits nach einigen Jahren klar, dass eine Weiterentwicklung ohne akademischen Abschluss nicht möglich wäre. Also entschied sie sich für ein berufsbegleitendes Bachelorstudium an der SRH Fernhochschule und bereits mit Bekanntgabe, dass sie studiert, ging es für Katharina einen Karriereschritt vorwärts. Heute ist sie Senior Consultant New Work & Digital Collaboration bei Bosch und gleichzeitig freiberuflich Beraterin, Trainerin, Speakerin und Coach für New Work und netzwerkbasierte Zusammenarbeit.

Teile ihrer Kindheit verbrachte die in Nürnberg geborene Katharina Krentz in Johannesburg, Südafrika sowie in Portland, USA. Ihr Vater arbeitete damals für Siemens und die frühen Auslandsaufenthalte prägten sie sehr. Auch die Tatsache, dass er „drei Assistentinnen hatte, die immer Blumen bekamen und mit ihm um die Welt fliegen durften“, inspirierte Katharina selbst Assistentin zu werden. So begann sie nach ihrem Fachabitur in Wolfenbüttel zunächst eine Ausbildung zur Bürokauffrau und sammelte in einem jungen mittelständischen Unternehmen erste Berufserfahrung. Nachdem sie sich von der Sekretärin bis zur Direktionsassistentin hochgearbeitet hatte, wechselte sie zu Bosch nach Stuttgart. Auch hier startete sie zunächst wieder als Assistentin und musste sich in den Strukturen eines Großkonzerns erst einmal zurechtfinden, insbesondere um zu eruieren, wie sie ihre Talente und Fähigkeiten bestmöglich einbringen konnte.

Nach sechs Jahren in zwei unterschiedlichen Bereichen ließ Katharina ihre Assistentinnen-Karriere hinter sich und wechselte in den Bereich Enterprise 2.0 und Social Business, wo es darum ging Social Media Technologien intern bei Bosch einzusetzen. Durch ihre Vorerfahrungen im privaten Umfeld bedingt durch die vielen Umzüge war eine frühe Affinität zu Social Media Kanälen gegeben. Der innerberufliche Kontext weckte ihre Leidenschaft für die virtuell vernetzte Zusammenarbeit und so übernahm sie nach einer internen Ausbildung zur Projektmanagerin die Verantwortung für das Teilprojekt „Corporate Community Management“ im Rahmen eines großen Zentralprojekts. Doch ihr fehlte ein akademischer Abschluss. Nach intensiver Recherche entschied Katharina sich für den berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Medien- und Kommunikationsmanagement an der SRH Fernhochschule, weil sie hier die Lerneinheiten flexibel an ihr Vollzeit-Berufsleben anpassen und die Studieninhalte direkt in die Praxis umsetzen konnte. Ihr Einsatz wurde direkt belohnt, so dass sie zum Chief Corporate Community Manager aufstieg und die Themen Agilität und netzwerkbasierte Zusammenarbeit im Unternehmen vorantreiben durfte.

Im gleichen Jahr stieß sie auf die Methode „Working Out Loud (WOL)“, wo es in erster Linie darum geht, dass sich Menschen im virtuellen Raum orts- und zeitunabhängig ein Netzwerk zu spezifischen Themen aufbauen, lernen, sich austauschen und sichtbarer werden. Sie erkannte das enorme Potential der Methode und durfte als eine der ersten Pioniere das Konzept von Urheber John Stepper nach Deutschland und zu Bosch bringen. Zusammen mit anderen Mitstreitern schaffte sie es, intern die Methode zu pilotieren und arbeitete parallel mit John Stepper daran, die „Gebrauchsanweisung“ für das damalige Programm weiterzuentwickeln, so dass es für jede der 12 Wochen eine neue Anleitung gibt. Im Jahr 2015 lud Katharina John Stepper zu Bosch ein und organisierte mit ihm in Stuttgart die erste Working Out Loud-Konferenz, die es je seitdem jährlich gibt.

Als zertifizierter WOL-Coach berät sie bis heute intern bei Bosch aber auch freiberuflich externe Kunden. Sie hat sich mit "Connecting Humans" den Traum erfüllt, unter ihrem eigenen Label Unternehmen in den Bereichen Netzwerkaufbau, virtuelle Teamarbeit, Community Building und -Wachstum zu beraten. Sie bildet Community Manager aus, gibt Trainings und Workshops, wird als Speakerin gebucht und treibt die „WOL-Bewegung“ in Deutschland weiter voran. Im Jahr 2019 beendet Katharina erfolgreich ihr Studium und erlebt das absolute Highlight in ihrer bisherigen Karriere: sie gewinnt als eine von 800 nominierten Frauen den Digital Female Leader Award in der Kategorie New Work. Bei Bosch ist Katharina inzwischen in die Konzern-Zentrale gewechselt.

Seit Juni 2020 ist sie Teil des Corporate Human Resources Transformation Teams und untersucht als Senior Consultant Digital Work and Collaboration zukunftsfähige Arbeitsmodelle und -methoden in Verbindung mit Tools und Fähigkeiten, die bei den Mitarbeitern ausgeprägt werden müssen, da sie künftig relevant sein werden.

Wo Katharinas Reise noch hinführen wird? Sie könnte sich vorstellen, eine längere Zeit im Ausland zu verbringen. Gleichzeitig plant sie ein Spin-off der Methode Working Out Loud explizit für Frauen, um diese in ihren Fähigkeiten zu stärken, sich zu vernetzen und sichtbarer zu werden. Hierbei betont sich nochmal, dass sie nicht "aufwärts" strebt, sondern immer auf der Suche bleiben möchte nach spannenden Themengebieten, in denen sie wertschöpfend und sinnstiftend wirken und selbst weiter wachsen kann.

Wir wünschen, Dir liebe Katharina, dass sich alle Deine Träume erfüllen und freuen uns, Dich auf Deiner spannenden Reise weiter begleiten zu dürfen.

5 Fragen an Katharina Krentz

Inwiefern profitierst Du in Deiner heutigen Position vom Studium an der SRH Fernhochschule?
Der akademische Abschluss hat mir bei Bosch viele Türen geöffnet. Aufgrund meiner damaligen Tätigkeit im Social Media Bereich konnte ich die Inhalte des Studiums sofort anwenden und sie hatten einen direkten Impact auf meinen Job. Zusätzlich habe ich durch das Studium mein Zeit- und Selbstmanagement enorm verbessert.

Wie hast Du Dich während des Fernstudiums organisiert und in schwierigen Phasen motiviert, "am Ball zu bleiben"?
Im ersten Jahr habe ich morgens später angefangen zu arbeiten und somit bereits in den Morgenstunden mein erstes Pensum absolviert, was sehr gut funktioniert hat. Aufgrund meines Stellenwechsels musste ich dann auf den Abend und das Wochenende umstellen. Ich musste für mich auch erst herausfinden, wie lerne ich wann und wie am besten. So habe ich beispielsweise Studieninhalte im Memoformat auf’s Handy gesprochen und im Auto angehört. Und wir haben via Facebook Lerngruppen im Stuttgarter Raum organisiert. Die Motivation war natürlich auch bei mir mal mehr, mal weniger vorhanden. Aber was einen dann wirklich antreibt, ist der Wunsch, irgendwann auch mal „durch zu sein“ und den Abschluss in der Hand zu halten.

Wie hast Du die Präsenzveranstaltungen wahrgenommen und habt Ihr Kommilitonen Euch beispielsweise zur Klausurvorbereitung gegenseitig unterstützt?
Ja, insbesondere wenn ich Verständnisprobleme hatte, habe ich die Präsenzveranstaltungen zur Prüfungsvorbereitung genutzt. In meiner Lerngruppe haben wir uns gegenseitig abgefragt und das schweißt natürlich zusammen. Zu einigen meiner ehemaligen Kommilitonen habe ich heute noch Kontakt.

Gab es eine Professorin oder einen Professor, der Dir besonders in Erinnerung geblieben ist und wenn ja, warum?
Mein Studiengangsleiter Prof. Hermanni war einfach eine Instanz. Er hat schon so viel gesehen und erlebt, dass seine Geschichten einfach großartig waren und wir viel von ihm gelernt haben. Was ich an ihm enorm bewundere ist, dass er am Puls der Zeit bleibt. Für Studierende ist es wahnsinnig hilfreich, wenn Dozenten Brücken bauen können zwischen Theorie und Praxis und auch ihre eigenen Erfahrungen einbringen. „Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis höher als in der Theorie“ – sagte schon Ernst Ferstl. Hier wünsche ich mir, dass die SRH bei diesem Praxisbezug bleibt und ihn sogar noch ausbaut.

Welche Karrieretipps würdest Du unseren heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?
Bleibt leidenschaftlich. Reflektiert Euch immer wieder selbst. Welche Themen interessieren Euch? Verfolgt, worin Ihr gut seid und das mit aller Konsequenz. Junge Menschen, die heute in den Beruf eintreten, werden ihn in 5-8 Jahren so nicht mehr machen. Karrierewege werden immer unvorhersehbarer. Das Einzige, das konstant bleibt, sind die eigenen Interessen und denen würde ich immer den Vortritt lassen. Sich immer wieder fragen: wo kann ich wirken, was gibt mir Sinn und woran habe ich Freude? Wir werden arbeiten, bis wir 67 sind, wahrscheinlich sogar länger. Und über diese lange Zeit gesund, offen und neugierig zu bleiben und in der Lage zu sein, permanent neu dazu zu lernen, geht nur, wenn wir etwas haben, das uns wirklich Freude macht. Das ist das primäre Ziel. Natürlich macht nicht immer alles Spaß, aber ich sollte wissen, wofür ich morgens aufstehe.