
Wie funktioniert professionelle Ernährungsberatung? Die Studientage der SRH verbinden Ernährungswissenschaft, Gesundheitspsychologie und praktische Beratung.
Wie funktioniert professionelle Ernährungsberatung? Die Studientage der SRH verbinden Ernährungswissenschaft, Gesundheitspsychologie und praktische Beratung.

Wie gelingt ein professionelles Beratungsgespräch? Wie lässt sich wissenschaftlich fundiertes Ernährungswissen verständlich vermitteln? Und welche Kompetenzen sind für die Ernährungsberatung in der Praxis entscheidend? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Studierenden bei den dreitägigen Studientagen zum Thema Ernährungsberatung, die im August als Online-Workshop stattfanden.
Der Workshop verband Ernährungswissenschaft, Gesundheitspsychologie und praktische Ernährungsberatung. Zunächst erhielten die Studierenden theoretischen Input dazu, wie Ernährungswissen verständlich vermittelt und Beratungsgespräche auf gesundheitspsychologischer Grundlage aufgebaut und durchgeführt werden.
Anschließend konnten sie das Gelernte direkt anwenden: In Kleingruppen stellten die Studierenden Beratungssituationen nach und übten, wie ein professionelles Gespräch in der Ernährungsberatung gestaltet werden kann. Dabei wurden sie von den Dozierenden begleitet und erhielten individuelles Feedback.
„Der dreitägige Online-Workshop verbindet kompakt, kurzweilig und interaktiv Psychologie, Ernährungswissenschaft und praktische Ernährungsberatung. Das Highlight ist der Abschlusstag, an dem Studierende eigenständig ein Beratungsgespräch durchführen“, erklärt Prof. Dr. Ricardo Baumann, Professor für Prävention, Gesundheits- und Rehabilitationspsychologie.
Eine Besonderheit der Studientage ist die Verbindung zweier Fachperspektiven. Die Studierenden erhalten Input und Feedback von Prof. Dr. Ricardo Baumann aus dem Bereich Gesundheitspsychologie und Prof. Dr. Bianca Müller aus der Ernährungswissenschaft.
Damit geht es nicht nur darum, fachlich korrekte Ernährungsempfehlungen zu kennen. Ebenso wichtig ist die Frage, wie Wissen vermittelt wird und wie Menschen bei Veränderungen ihres Ernährungsverhaltens professionell begleitet werden können.
„Im Workshop erhalten die Studierenden Input und Feedback von zwei Professoren aus unterschiedlichen Fachbereichen“, sagt Prof. Dr. Bianca Müller. „Zudem haben sie durch die virtuelle Exkursion die Möglichkeit, sich mit einem erfahrenen Ernährungsberater auszutauschen.“
Neben den theoretischen Inhalten und praktischen Übungen bot eine virtuelle Exkursion zu einem professionellen Anbieter von Ernährungsberatung einen Einblick in das Berufsfeld. Die Studierenden konnten sich mit einem erfahrenen Ernährungsberater austauschen, Fragen stellen und mehr über die Anforderungen des Berufsalltags erfahren.
Damit wurde die Ernährungsberatung nicht nur theoretisch betrachtet, sondern aus unterschiedlichen Perspektiven erlebbar gemacht: von den wissenschaftlichen Grundlagen über die Gesprächsführung bis hin zur konkreten beruflichen Praxis.
Wie relevant die Inhalte für die eigene berufliche Tätigkeit sein können, zeigt die Erfahrung von Bettina Sonntag, Studentin im Studiengang Ernährungswissenschaften und Prävention B.Sc., der seit 2026 als Ernährungswissenschaften B.Sc. neu aufgelegt wurde. Sie arbeitet bereits in einem therapeutischen Beruf und hat dort täglich mit erkrankten Menschen zu tun. Beratung spielt auch in ihrem Arbeitsalltag eine wichtige Rolle.
Durch interessant aufbereitete Theorieteile im Bereich Ernährung sowie Gesundheitspsychologie wurden wir auf den praktischen Transfer vorbereitet und konnten in Kleingruppen das Gelernte erproben. Auch hierbei wurden wir von den Dozierenden begleitet und bestärkt.
Besonders positiv empfand sie die praktische Arbeit und den Austausch mit der Berufspraxis:
Vor allem das praktische Arbeiten in toller Atmosphäre und das Gespräch mit einem Ernährungsberater hat mir besonders gefallen, aber auch die Begeisterung, mit der die Dozierenden die Studientage vorbereitet und durchgeführt haben.
Für Prof. Dr. Bianca Müller liegt ein weiterer Mehrwert der Studientage im Austausch zwischen den Studierenden. Teilnehmende aus unterschiedlichen Studiengängen bringen eigene Erfahrungen und Fachkenntnisse ein und können voneinander profitieren.
So entsteht ein praxisnahes Lernumfeld, in dem die Studierenden nicht nur Wissen erwerben, sondern Beratungssituationen selbst erproben, Feedback erhalten und ihre kommunikativen Kompetenzen weiterentwickeln.
Die Studientage zeigen damit exemplarisch, wie das Studium Ernährungswissenschaften Theorie und Praxis verbindet: wissenschaftliche Inhalte verstehen, auf konkrete Beratungssituationen übertragen und die eigene berufliche Handlungskompetenz stärken.

ist Studiengangsleitung für Studiengangsleitung Ernährungswissenschaften (B. Sc.) und Lebensmittelmanagement und -technologie (B. Sc.) an der SRH Fernhochschule

ist Studiengangsleiter für Betriebliches Gesundheitsmanagement (M.Sc.) und Professor für Prävention, Gesundheits- und Rehabilitationspsychologie an der SRH Fernhochschule