Was ist ein Studium? Welche Formen, Voraussetzungen und Abschlüsse gibt es? Der umfassende Überblick zu Studienarten, Studiengängen, Kosten und wichtigen Fragen rund ums Studieren.

Ein Studium bezeichnet die strukturierte Ausbildung an einer Hochschule mit dem Ziel, wissenschaftliche oder berufsqualifizierende Abschlüsse zu erlangen. Es bietet vielfältige Studienformen, Inhalte und Abschlüsse – von Bachelor über Master & MBA bis zur Promotion. Studierende wählen aus einer breiten Palette an Studiengängen und passen ihr Studium individuell an ihre Lebenssituation und Karriereziele an. Der folgende Beitrag liefert einen umfassenden Überblick über das Thema Studium.
Was ist ein Studium?
Ein Studium ist eine strukturierte Form der Hochschulbildung, die auf wissenschaftlicher Grundlage Wissen, Kompetenzen und Qualifikationen vermittelt. Es bereitet auf spezifische Berufsfelder vor oder dient der wissenschaftlichen Weiterbildung. Die Organisation eines Studiums folgt einem festgelegten Aufbau mit Modulen, Leistungspunkten und Prüfungen. Gleichzeitig unterliegt es institutionellen Rahmenbedingungen, wie Zulassungsvoraussetzungen und Regelstudienzeiten. Die nachfolgenden Abschnitte erläutern zentrale Merkmale, den Ablauf sowie die Zielsetzung eines Studiums im deutschsprachigen Hochschulsystem.

Studienaufbau
Der Aufbau eines Studiums folgt einer modularen Struktur, die auf dem Bologna-Prozess basiert und europaweit eine Vergleichbarkeit sowie Durchlässigkeit der Studiengänge gewährleisten soll. Jedes Modul stellt eine thematisch abgeschlossene Lehreinheit dar, die mehrere Veranstaltungen wie Vorlesungen, Seminare, Übungen oder praktische Anteile bündeln kann. Ziel ist es, sowohl Fachwissen als auch überfachliche Kompetenzen zu vermitteln. Die Module werden meist mit einer Modulprüfung abgeschlossen, deren Art und Umfang durch die jeweilige Prüfungsordnung festgelegt ist.
Die Anrechnung von Studienleistungen erfolgt nach dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS). Ein ECTS-Punkt entspricht etwa 25 bis 30 Arbeitsstunden – inklusive Präsenzzeit, Vor- und Nachbereitung sowie Prüfungsvorbereitung. Ein Studienjahr umfasst in der Regel 60 ECTS-Punkte, ein sechssemestriges Bachelorstudium somit 180 ECTS, ein viersemestriges Masterstudium weitere 120 ECTS. Durch die standardisierte ECTS-Vergabe lassen sich Studienleistungen international anerkennen, was insbesondere bei Auslandssemestern und Hochschulwechseln von zentraler Bedeutung ist.
Prüfungsformen variieren stark zwischen Studiengängen und Modulen. Neben klassischen Klausuren sind auch Hausarbeiten, Referate, Portfolioprüfungen, Projektarbeiten, Präsentationen oder mündliche Prüfungen üblich. In vielen Studiengängen müssen zusätzlich praktische Leistungen wie Laborberichte oder Praktikumsnachweise erbracht werden. Die Noten der Prüfungen fließen anteilig in die Gesamtnote des Studienabschlusses ein und bestimmen maßgeblich die akademische Leistung eines Studierenden.
Studienphasen
Ein Studium gliedert sich typischerweise in mehrere aufeinander aufbauende Phasen, die je nach Studiengang, Abschlussart und Hochschule unterschiedlich ausgestaltet sein können. Die erste Phase bildet das sogenannte Grundstudium – meist bestehend aus einführenden Modulen, die das Basiswissen der jeweiligen Disziplin vermitteln. Diese Phase dient nicht nur der Wissensvermittlung, sondern auch der Orientierung innerhalb des Fachgebiets und dem Erwerb grundlegender methodischer Kompetenzen.
An das Grundstudium schließt sich die Vertiefungsphase an. Hier wählen die Studierenden häufig Schwerpunkte oder Spezialisierungen, um sich gezielt auf bestimmte Themenbereiche oder spätere Berufsfelder vorzubereiten. Diese Phase ist stärker forschungs- und projektorientiert und fordert eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten. In vielen Studiengängen erfolgt in dieser Phase bereits die aktive Einbindung in Forschungsprojekte oder Lehrveranstaltungen auf fortgeschrittenem Niveau.
Ein zentraler Bestandteil vieler Studiengänge sind Praxisphasen. Diese können als Pflichtpraktika, Praxissemester, projektbezogene Kooperationsarbeiten oder externe Studienprojekte organisiert sein. Ziel ist es, die Verbindung von Theorie und Praxis herzustellen und die Anwendbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse im Berufsalltag zu erproben. Besonders im dualen Studium oder in berufsbegleitenden Formaten sind solche Phasen eng in den Studienverlauf integriert.
Die letzte Phase des Studiums ist die Abschlussphase, in der in der Regel eine wissenschaftliche Abschlussarbeit (z. B. Bachelorarbeit oder Masterarbeit) erstellt wird. Diese Arbeit soll zeigen, dass die oder der Studierende in der Lage ist, ein fachspezifisches Thema selbstständig, mit wissenschaftlichen Methoden und innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu bearbeiten. Oft wird die Abschlussphase zusätzlich durch mündliche Prüfungen (z. B. Kolloquien) ergänzt.
Studiendauer & Regelstudienzeit
Die Studiendauer eines Hochschulstudiums ist formell durch die sogenannte Regelstudienzeit definiert. Diese gibt an, in welchem Zeitraum ein Studiengang bei idealem Studienverlauf abgeschlossen werden kann. Für einen Bachelorabschluss sind in Deutschland in der Regel sechs Semester (drei Jahre) vorgesehen, für einen konsekutiven Masterstudiengang vier Semester (zwei Jahre). Studiengänge mit Staatsexamen, wie Medizin, Jura oder Lehramt, weichen teils deutlich von diesen Vorgaben ab und haben eigene Regelstudienzeiten.
Tatsächlich absolvieren viele Studierende ihr Studium nicht innerhalb der Regelstudienzeit. Gründe dafür sind unter anderem Nebenjobs, familiäre Verpflichtungen, Auslandsaufenthalte, Krankheiten, Wechsel des Studiengangs oder auch individuelle Lern- und Arbeitsgeschwindigkeiten. Hochschulen und Gesetzgeber reagieren darauf zunehmend flexibel, etwa durch Teilzeitstudienmodelle, individuelle Studienpläne oder die Möglichkeit, Semester zu beurlauben.
Die Studienorganisation hat einen direkten Einfluss auf die Studiendauer. Studierende müssen Module und Prüfungen so koordinieren, dass sie innerhalb des Zeitrahmens abgeschlossen werden können. Gleichzeitig verlangen viele Studiengänge eine aktive Planung, etwa bei der Platzvergabe in Seminaren, dem Nachweis von Pflichtleistungen oder der rechtzeitigen Anmeldung zur Abschlussarbeit. Moderne Hochschulportale und Studienberatungseinrichtungen unterstützen diesen Planungsprozess zunehmend digital.
Bedeutung & Ziele eines Studiums
Ein Studium verfolgt mehrere zentrale Ziele: Es dient der systematischen Aneignung wissenschaftlicher Grundlagen, der Entwicklung kognitiver, methodischer und sozialer Kompetenzen sowie der beruflichen Qualifizierung. Hochschulbildung geht dabei über reine Wissensvermittlung hinaus – sie fördert kritisches Denken, argumentatives Arbeiten, Problemlösungskompetenz sowie die Fähigkeit zur eigenständigen Forschung.
Die Bedeutung eines Studiums variiert je nach Fachbereich und individueller Zielsetzung. In den Naturwissenschaften steht häufig die Forschungskompetenz im Vordergrund, während in angewandten Disziplinen wie Betriebswirtschaft oder Sozialer Arbeit die berufspraktische Anwendbarkeit betont wird. Ein Studium eröffnet Zugang zu akademischen Berufen, Führungspositionen in der Wirtschaft oder einer Karriere in Forschung und Lehre. Es kann aber auch als persönliche Bildungsreise verstanden werden, die zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt.
Darüber hinaus stellt ein Studium einen wichtigen gesellschaftlichen Faktor dar: Es trägt zur Wissensproduktion, Innovationsfähigkeit und kulturellen Entwicklung bei. Gerade in einer zunehmend wissensbasierten Gesellschaft fungieren Hochschulen und ihre Absolvent*innen als Treiber von Fortschritt und sozialen Wandel. Neben individuellen Zielen ist das Studium somit auch eng mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen verbunden.
Welche Studienabschlüsse gibt es?
Ein akademisches Studium zielt auf einen formalen Abschluss, der die erfolgreiche Absolvierung eines strukturierten Hochschulprogramms bescheinigt. Studienabschlüsse sind nicht nur rechtliche Qualifikationsnachweise, sondern auch entscheidend für den Zugang zum Arbeitsmarkt und für weiterführende akademische Bildung. Die wichtigsten Abschlüsse in Deutschland sind Bachelor, Master, Staatsexamen, Diplom und Promotion. Jeder dieser Abschlüsse ist einem bestimmten Qualifikationsniveau im Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) zugeordnet und eröffnet unterschiedliche Bildungs- und Karrierewege.

Bachelor
Der Bachelorabschluss ist der erste akademische Grad im Rahmen des gestuften Studiensystems und bildet den grundständigen Studienabschluss. Die Regelstudienzeit beträgt meist sechs bis acht Semester (180–240 ECTS). Ziel ist es, grundlegende fachliche, methodische und berufsfeldbezogene Kompetenzen zu vermitteln. Der Bachelor ist berufsqualifizierend und zugleich Zugangsvoraussetzung für ein anschließendes Masterstudium.
- Bachelor of Arts (B.A.): Verliehen in geistes-, kultur-, sozial- und sprachwissenschaftlichen Fächern. Typische Studiengänge: Germanistik, Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaft.
- Bachelor of Science (B.Sc.): Abschluss in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. Typisch in Mathematik, Informatik, Psychologie, Biologie oder Physik.
- Bachelor of Engineering (B.Eng.): Technisch orientierter Abschluss, häufig in den Ingenieurwissenschaften (z. B. Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen).
- Bachelor of Laws (LL.B.): Rechtswissenschaftlicher Bachelorabschluss, insbesondere bei wirtschaftsjuristischen Studiengängen oder internationalen Rechtsschwerpunkten.
Master
Der Masterabschluss ist ein weiterführender Studienabschluss und setzt ein abgeschlossenes Bachelorstudium voraus. Die Regelstudienzeit beträgt zwei bis vier Semester (60–120 ECTS). Masterprogramme vertiefen das im Bachelor erworbene Wissen oder ermöglichen eine fachliche Spezialisierung. Sie sind Voraussetzung für eine akademische Laufbahn (z. B. Promotion) und qualifizieren für Führungspositionen in der Wirtschaft.
- Master of Arts (M.A.): Vertiefender Abschluss in Geistes- und Sozialwissenschaften, häufig in Kulturwissenschaften, Pädagogik, Kommunikationswissenschaft.
- Master of Science (M.Sc.): Natur- und wirtschaftswissenschaftlicher Masterabschluss, häufig in Fächern wie Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Biologie oder Mathematik.
- Master of Engineering (M.Eng.): Technischer Masterabschluss, vor allem in den Ingenieurwissenschaften und praxisnahen Technologie-Fächern.
- Master of Laws (LL.M.): Juristischer Master, oft im Bereich des internationalen Rechts, Wirtschaftsrechts oder Steuerrechts. Beliebt auch bei bereits berufstätigen Jurist*innen zur Weiterbildung.
- Master of Business Administration (MBA): International ausgerichteter Managementabschluss für Berufstätige mit Führungsambitionen. Zielgruppe sind meist Akademiker*innen mit Berufserfahrung.
Staatsexamen
Das Staatsexamen ist ein staatlich organisierter Abschluss, der vor allem in reglementierten Berufen erforderlich ist. Es ersetzt den Masterabschluss und wird direkt vom Staat abgenommen, nicht von der Hochschule. Studiengänge mit Staatsexamen sind:
- Lehramt (je nach Schulform)
- Medizin (Approbation)
- Pharmazie
- Jura (Erstes Staatsexamen als Voraussetzung für Referendariat)
Die Studiendauer variiert je nach Fachrichtung, liegt aber in der Regel zwischen 8 und 13 Semestern. Das Staatsexamen gliedert sich meist in zwei Prüfungsabschnitte – mit einer umfassenden schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfungskomponente.
Diplom
Das Diplom ist ein Abschluss aus dem vorgängigen Studiensystem vor der Bologna-Reform. Es wird heute nur noch an wenigen Hochschulen angeboten, vor allem in den Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie im Designbereich (z. B. Architektur). Die Regelstudienzeit beträgt in der Regel 9–10 Semester.
Charakteristisch für Diplomstudiengänge ist ein einphasiges Studium ohne Bachelorabschluss, das direkt auf den Abschluss hinarbeitet. Das Diplom genießt nach wie vor hohes Ansehen in Wirtschaft und Forschung, insbesondere in technischen Berufen.
Promotion
Die Promotion ist der höchste akademische Abschluss und führt zum Doktorgrad. Sie setzt einen sehr guten Master- oder Diplomabschluss voraus und erfordert eine eigenständige wissenschaftliche Forschungsleistung in Form einer Dissertation sowie in der Regel eine mündliche Verteidigung (Rigorosum oder Disputation).
Die Promotionsdauer liegt meist zwischen 3 und 5 Jahren. Je nach Fachkultur erfolgt die Promotion im Rahmen eines strukturierten Programms oder individuell bei einer Betreuungsperson. Ziel der Promotion ist es, zur wissenschaftlichen Erkenntnis in einem Fachgebiet beizutragen. Der Doktortitel berechtigt zur Arbeit in Forschung und Lehre, aber auch in forschungsnahen Tätigkeiten außerhalb der Hochschule.
Welche Voraussetzungen gibt es für ein Studium?
Die Aufnahme eines Studiums in Deutschland setzt bestimmte formale und fachliche Voraussetzungen voraus. Diese unterscheiden sich je nach Abschlussart, Studiengang und Hochschule. Während der Zugang zu einem Bachelorstudium vor allem durch die allgemeine Hochschulreife oder gleichwertige Qualifikationen geregelt ist, erfordert ein Masterstudium zusätzlich einen ersten akademischen Abschluss und häufig weitere Nachweise.
Neben den gesetzlichen Grundlagen gelten auch hochschulspezifische Regelungen, insbesondere bei NC-Studiengängen, privaten Hochschulen oder internationalen Abschlüssen. Auch beruflich Qualifizierte ohne Abitur können unter bestimmten Bedingungen ein Studium aufnehmen.

Zulassungsvoraussetzungen Bachelor-Studium
Für ein Bachelorstudium ist in der Regel eine Hochschulzugangsberechtigung (HZB) erforderlich. Die wichtigsten Formen sind:
- Allgemeine Hochschulreife (Abitur): Berechtigt zum Studium an allen Hochschultypen.
- Fachgebundene Hochschulreife: Ermöglicht das Studium bestimmter Fächer.
- Fachhochschulreife: Qualifiziert für Studiengänge an Fachhochschulen und einigen Hochschulen für angewandte Wissenschaften.
Zusätzlich gelten für viele Studiengänge Zulassungsbeschränkungen, z. B. ein Numerus clausus (NC), der sich aus dem Notendurchschnitt der Bewerber*innen ergibt.
Internationale Studieninteressierte müssen meist einen gleichwertigen Bildungsabschluss, einen Sprachnachweis (z. B. TestDaF, DSH) sowie ggf. das Studienkolleg absolvieren.
Zudem existieren in vielen Bundesländern Regelungen für beruflich Qualifizierte ohne Abitur. Meister*innen, Fachwirte oder Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung können unter bestimmten Voraussetzungen ein Studium aufnehmen (§ 11 Hochschulrahmengesetz).
Zulassungsvoraussetzungen Master-Studium
Für die Zulassung zu einem Masterstudium ist ein erster akademischer Hochschulabschluss – meist ein Bachelor – erforderlich. Dieser muss in einem fachlich einschlägigen Bereich erworben worden sein. Einige Masterstudiengänge fordern einen bestimmten Notendurchschnitt, eine Mindestanzahl an ECTS-Punkten in bestimmten Modulen oder den Nachweis bestimmter Sprachkenntnisse (z. B. Englisch auf B2-Niveau).
Darüber hinaus verlangen viele Hochschulen ein Motivationsschreiben, Empfehlungsschreiben, ein Portfolio (insbesondere bei künstlerischen Studiengängen) oder den Nachweis von praktischer Erfahrung.
Berufsbegleitende oder weiterbildende Masterprogramme setzen in der Regel zusätzlich eine mehrjährige Berufserfahrung nach dem ersten Hochschulabschluss voraus. In einigen Fällen können auch Personen ohne Bachelor, aber mit äquivalenter beruflicher Qualifikation, nach Einzelfallprüfung zugelassen werden.

Welche Studiengänge gibt es?
Studieninteressierten in Deutschland steht eine große Bandbreite an Studiengängen zur Verfügung. Diese unterscheiden sich in ihrer fachlichen Ausrichtung, dem angestrebten Abschluss, den Studienformen sowie den Zugangsvoraussetzungen. Je nach persönlichem Interesse, beruflichem Ziel oder Vorbildung bieten sich unterschiedliche Optionen an. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über gängige Studiengänge an der SRH Fernhochschule.
Wie viel kostet ein Studium?
Die Kosten für ein Studium in Deutschland variieren erheblich – je nach Hochschultyp, Studienform und Wohnsituation. Während das Studium an staatlichen Präsenzhochschulen meist gebührenfrei ist, entstehen indirekte Kosten, etwa durch Semesterbeiträge oder Umzug. An privaten Hochschulen, insbesondere bei Fernstudiengängen, fallen hingegen regelmäßige Studiengebühren an, bieten aber oft größere Flexibilität. Im Folgenden werden die wichtigsten Unterschiede detailliert erläutert.

Kosten für ein Studium an einer staatlichen Hochschule
Studierende an öffentlichen Universitäten und Hochschulen zahlen in der Regel keine allgemeinen Studiengebühren für das Erststudium. Es fallen jedoch verpflichtende Semesterbeiträge und zusätzliche Lebenshaltungskosten an – insbesondere bei einem Umzug zum Studienort.
- Semesterbeitrag: Der Semesterbeitrag ist verpflichtend und wird pro Semester erhoben. Er liegt je nach Hochschule zwischen 100 € und 400 € und dient der Finanzierung hochschulnaher Dienstleistungen.
- Beiträge für das Studentenwerk: Ein Teil des Semesterbeitrags entfällt auf das regionale Studentenwerk. Dieses betreibt Mensen, Wohnheime und bietet Beratungsangebote (z. B. psychologische oder Sozialberatung). Der Anteil beträgt meist 50 € bis 100 € pro Semester.
- Verwaltungskostenpauschale: Diese Pauschale deckt allgemeine Verwaltungsaufgaben der Hochschule ab, wie Immatrikulation, Prüfungsverwaltung und Studienbescheinigungen. Die Höhe variiert, liegt aber in der Regel bei 40 € bis 75 €.
- Beitrag zur Studierendenvertretung (AStA): Ein weiterer Pflichtbeitrag betrifft die Studierendenvertretung, meist der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss). Dieser organisiert kulturelle Angebote, politische Vertretung und Serviceleistungen. Der Beitrag liegt zwischen 5 € und 20 € pro Semester.
- Semesterticket: In vielen Bundesländern enthält der Semesterbeitrag ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr. Es ermöglicht die kostenlose Nutzung von Bus, Bahn und teilweise Regionalzügen im Verkehrsverbund. Der Ticketpreis variiert, beträgt aber oft 150 € bis 250 € pro Semester.
- Miete und Umzugskosten: Wer für das Studium den Wohnort wechselt, muss mit erheblichen Zusatzkosten rechnen. Die durchschnittliche Miete für ein WG-Zimmer oder eine kleine Wohnung liegt in deutschen Universitätsstädten bei 300 € bis 600 € monatlich – in Großstädten deutlich darüber. Hinzu kommen Umzugskosten, Kautionen und ggf. Erstausstattung. Diese Ausgaben machen den größten Anteil der monatlichen Studienkosten aus.
Kosten für ein Studium an einer privaten Hochschule
Private Hochschulen finanzieren sich überwiegend durch monatliche Studiengebühren. Dafür entfallen häufig andere Kosten, etwa für einen Wohnortwechsel oder tägliche Anfahrt zur Hochschule.
- Monatliche Studiengebühren: An privaten Hochschulen betragen die Studiengebühren je nach Anbieter, Fach und Abschluss zwischen 200 € und 1.000 € pro Monat. Die Zahlung erfolgt meist monatlich oder semesterweise. Viele Programme bieten Ratenzahlungen, Rabattmodelle oder spezielle Tarife für bestimmte Zielgruppen (z. B. Berufstätige, Alleinerziehende).
- Keine Kosten für Umzug oder Wohnortswechsel: Da viele Fernstudiengänge vollständig online absolviert werden können, entfällt ein Wohnortwechsel. Studierende können in ihrem beruflichen oder familiären Umfeld bleiben, was zusätzliche Kosten wie Miete, Umzug oder Mobilität reduziert.
- Flexibel und ortsunabhängig: Ein entscheidender Vorteil privater Fernhochschulen liegt in der zeitlichen und räumlichen Flexibilität. Lehrveranstaltungen sind häufig asynchron abrufbar, Prüfungen finden online oder an Prüfungszentren statt. Das ermöglicht ein Studium neben dem Beruf, während der Elternzeit oder im Ausland – oft ohne Einkommensausfall.
Finanzierungsmöglichkeiten
Die Finanzierung eines Studiums kann über verschiedene Wege erfolgen – unabhängig von Hochschule, Studienform oder Fachrichtung. Zu den zentralen Optionen zählen:
- Stipendien: Nicht rückzahlbare finanzielle Unterstützungen, häufig ergänzt durch ideelle Förderangebote wie Mentoring, Workshops oder Netzwerke.
- BAföG und staatliche Förderung: In Deutschland ist das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) die bekannteste Fördermaßnahme für Studierende. Es besteht teilweise aus Zuschuss, teilweise aus zinslosem Darlehen. (Hinweis: nicht alle Studienformen sind förderfähig.)
- Studienkredite und Darlehen: Für Kosten, die durch andere Förderformen nicht gedeckt sind – z. B. Studiengebühren oder Lebenshaltungskosten – können Studienkredite sinnvoll sein.
- Nebenjobs / Werkstudent‑Tätigkeit: Viele Studierende finanzieren zumindest einen Teil der Kosten über Erwerbstätigkeit neben dem Studium.
- Eigenmittel, Elternunterstützung und Ersparnisse: Häufig besteht ein Mix aus verschiedenen Finanzierungsbausteinen.
- Tipp: Es lohnt sich, frühzeitig die individuellen Voraussetzungen, Fristen und Kombinationsmöglichkeiten der Förderformen zu prüfen und ggf. eine Studienberatung in Anspruch zu nehmen.
Stipendien
- Deutschlandstipendium: Das Deutschlandstipendium vergibt monatlich 300 € pro Stipendiatin bzw. Stipendiaten – unabhängig vom Einkommen der Eltern – an Studierende mit überdurchschnittlicher Leistung und gesellschaftlichem Engagement. Die Förderung erfolgt meist für mindestens zwei Semester und wird von der jeweiligen Hochschule ausgeschrieben.
- Stipendium Plus: Ein Förderprogramm, das von 13 verschiedenen Werken im Rahmen des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) läuft. Es bietet Studierenden u. a. ein Grundstipendium von bis zu 855 €/Monat (ab Wintersemester 2024/25) sowie eine Studienkostenpauschale von 300 €/Monat. Darüber hinaus besteht ideelle Förderung durch Seminare, Workshops und Mentor*innen.
- Aufstiegsstipendium (SBB): Richtet sich an berufserfahrene Absolvent*innen einer Berufsausbildung, die nun ein erstes akademisches Studium (Bachelor‑o. ä.) aufnehmen möchten. Gefördert werden sowohl Vollzeit‑ als auch berufsbegleitende Studiengänge. Für Vollzeit beträgt die Förderung z. B. monatlich bis zu 1.072 € zuzüglich Bücherzuschuss.
- Weiterbildungsstipendium (SBB): Dieses Förderprogramm unterstützt Personen nach Berufsausbildung bei weiterbildenden Maßnahmen, z. B. berufsbegleitenden Studien oder Qualifizierungen. Die Förderung kann bis zu 3.045 €/Jahr betragen.
- Hochschul‑/Hochschuleigene Stipendien: Die SRH Fernhochschule vergibt beispielsweise zweimal jährlich ein Hochschulstipendium, das jeweils 50 % der Studiengebühren für einen Wunschstudiengang übernimmt. Dieses Stipendium richtet sich insbesondere an Studieninteressierte, die Beruf, Familie oder Leistungssport mit dem Studium kombinieren möchten.
- Weitere Unterstützungsangebote: Das Portal des Hochschulkompass bietet eine umfassende Übersicht über Stipendien, Förderprogramme und Finanzierungshilfen für Studierende in Deutschland.

Studium als Weg zur wissenschaftlichen und beruflichen Qualifikation
Ein Studium bietet weit mehr als nur einen akademischen Abschluss. Es ist ein strukturierter Bildungsprozess, der zur systematischen Aneignung wissenschaftlicher, theoretischer und praxisnaher Kompetenzen führt. Die Vielfalt an Studienformen, Abschlüssen, Fachrichtungen und Zugangswegen ermöglicht es, individuelle Bildungswege zu gestalten – sei es in Präsenz, online, dual oder berufsbegleitend.
Durch die gestufte Studienstruktur (Bachelor, Master, Promotion) sowie ergänzende Abschlüsse wie Staatsexamen oder Diplom ist das deutsche Hochschulsystem sowohl durchlässig als auch international anschlussfähig. Gleichzeitig stellt es durch Finanzierungs- und Stipendienmodelle sicher, dass der Zugang zum Studium nicht ausschließlich von der sozialen Herkunft abhängig ist.
Ob Sie wissenschaftlich arbeiten, sich beruflich qualifizieren oder persönliche Bildungsziele verfolgen möchten – ein Studium eröffnet Ihnen zahlreiche Perspektiven. Entscheidend ist eine fundierte Studienwahl, die Ihre Interessen, Kompetenzen und Lebensumstände berücksichtigt.
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Häufige Fragen zum Studium
Ein Fernstudium findet überwiegend online statt und ermöglicht orts- sowie zeitunabhängiges Lernen. Die Studienmaterialien werden digital bereitgestellt, Prüfungen oft online durchgeführt. Diese Studienform eignet sich besonders für Berufstätige oder Personen mit familiären Verpflichtungen, die ein flexibles Studium benötigen.
Ein Abendstudium ist ein Studienmodell, bei dem Lehrveranstaltungen in den Abendstunden stattfinden – entweder in Präsenz oder online. Es richtet sich an Personen, die tagsüber arbeiten oder anderweitig gebunden sind, aber dennoch einen akademischen Abschluss anstreben.
Ein duales Studium kombiniert ein Hochschulstudium mit praktischer Arbeit in einem Unternehmen. Studierende wechseln regelmäßig zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Betrieb. Diese Form bietet einen hohen Praxisbezug, ein festes Einkommen und oft sehr gute Berufsperspektiven.
Ein berufsbegleitendes Studium wird neben einer bestehenden Berufstätigkeit absolviert. Die Veranstaltungen finden abends, am Wochenende oder online statt. Diese Studienform eignet sich besonders für Personen, die sich neben dem Job akademisch weiterqualifizieren möchten.
Ein Präsenzstudium findet an einer Hochschule vor Ort statt. Es umfasst regelmäßige Teilnahme an Lehrveranstaltungen, Prüfungen und direkten Austausch mit Lehrenden und Mitstudierenden. Diese Studienform bietet eine intensive Betreuung und hohe soziale Interaktion.
Ein Vollzeitstudium entspricht einem wöchentlichen Lernaufwand von rund 40 Stunden. Es ist die klassische Studienform für Studierende ohne vollzeitige Berufstätigkeit. In der Regel erfolgt das Studium in Präsenzform, vereinzelt auch hybrid oder online.
Ein Teilzeitstudium reduziert den Studienumfang – meist auf 50 % – und streckt die Regelstudienzeit. Es eignet sich für Personen mit familiären, gesundheitlichen oder beruflichen Verpflichtungen. Viele Hochschulen bieten flexible Teilzeitmodelle mit individueller Planung an.
Ein Bachelorstudium dauert in der Regel sechs bis acht Semester, also drei bis vier Jahre. Die genaue Dauer hängt vom Studiengang, der Hochschule und dem individuellen Studienverlauf ab.
Ein Masterstudium umfasst meist zwei bis vier Semester, also ein bis zwei Jahre. Voraussetzung ist ein abgeschlossener Bachelorabschluss in einem fachlich passenden Bereich.
Die meisten Studiengänge starten zum Wintersemester im Oktober oder zum Sommersemester im April. Einige Programme bieten auch individuelle Einstiegstermine, vor allem im Fernstudium.
Für das Wintersemester liegen die Bewerbungsfristen meist zwischen Mai und Juli, für das Sommersemester zwischen November und Januar. Frühzeitige Information ist wichtig, da Ausnahmen je nach Hochschule möglich sind.
Mit Fachhochschulreife (Fachabi) können Sie an Fachhochschulen studieren. Je nach Bundesland und Hochschule ist auch ein Studium an Universitäten möglich, insbesondere bei fachlich passenden Studiengängen.
Ein direkter Hochschulzugang mit Realschulabschluss ist nicht möglich. Voraussetzung ist meist eine weiterführende Qualifikation, z. B. Fachabitur, Abitur oder eine anerkannte berufliche Qualifikation mit entsprechender Berufserfahrung.
Mit Hauptschulabschluss ist ein direkter Zugang zur Hochschule nicht möglich. In der Regel sind zusätzliche Bildungswege oder berufliche Qualifikationen erforderlich, um eine Hochschulzugangsberechtigung zu erwerben.
Ja, mit Fachhochschulreife können Sie an Fachhochschulen studieren. Manche Bundesländer ermöglichen auch den Zugang zu ausgewählten Universitätsstudiengängen, insbesondere in Kombination mit Berufserfahrung.
Ja, der Meisterbrief berechtigt bundesweit zum Studium an Hochschulen. Er gilt als Hochschulzugangsberechtigung für viele Studiengänge, auch ohne vorheriges Abitur oder Fachabitur.
In Deutschland ist ein Studium auch ohne Abitur möglich – z. B. mit dem Meisterbrief oder einer als gleichwertig anerkannten beruflichen Qualifikation. Die Zugangsvoraussetzungen variieren je nach Bundesland und Hochschule.
Mit allgemeiner Hochschulreife (Abitur) stehen Ihnen nahezu alle Studiengänge an Universitäten und Hochschulen offen – in Präsenz, dual oder online. Auch internationale Studienprogramme sind zugänglich.
Sie benötigen eine Hochschulzugangsberechtigung (z. B. Abitur, Fachhochschulreife, berufliche Qualifikation), ggf. Sprachnachweise sowie die fristgerechte Bewerbung bei der Hochschule.
An staatlichen Hochschulen zahlen Sie meist nur Semesterbeiträge. An privaten Hochschulen oder im Fernstudium fallen Studiengebühren an. Hinzu kommen Lebenshaltungskosten wie Miete, Verpflegung und Lernmaterialien.
Studienzeiten werden grundsätzlich nicht als Pflichtbeitragszeiten anerkannt. Unter bestimmten Bedingungen können sie aber als Anrechnungszeiten berücksichtigt werden – etwa bei Wartezeiten oder freiwilliger Versicherung.